Andreas Gregori

Über die alltägliche Achtsamkeit

Neulich waren meine Frau und ich zu Besuch bei Freunden. Sie erzählten uns folgende Geschichte: Vor Kurzem mussten sie einen Installateur rufen, denn es kam kein heißes Wasser mehr aus ihren Wasserhähnen. Der Installateur fand, nach kurzer Suche, das Problem. Ein völlig zugesetztes Rohr. Uns wurde das vom Installateur entfernte Stück Rohr auch gezeigt. Völlig dicht. Da konnte kein Wasser mehr durchfließen.

Da ich früher in der Sanitärbranche gearbeitet habe, stellte ich die Frage, ob das mit dem warmen Wasser denn plötzlich aufgetreten sein? Ich meine, so ein Rohr setzt sich ja nicht von heute auf morgen zu. Die Antwort war wie erwartet. Nein, man hatte sich bereits seit mehreren Monaten (vielleicht sogar Jahren) über den sukzessiv immer schwächer werdenden Warmwasserdruck geärgert. Es dauerte immer länger, bis warmes Wasser aus dem Hahn kam und so richtig heiß wurde das Wasser auch nicht mehr.

Da es sich aber um einen schleichenden Prozess handelte, war kein wirklicher Handlungsbedarf. Es funktionierte ja noch irgendwie. Vielleicht scheuten unserer Freunde ja auch die Kosten für einen Installateur, der das Problem gleich bei den ersten Anzeichen hätte beheben können. Wie dem auch sei. Sie ärgerten sich über den geringen Wasserdruck und die lange Wartezeit auf warmes Wasser aber sie unternahmen nichts. Ob unbewusst oder bewusst.

Später im Auto sprachen meine Frau und ich darüber und uns fiel auf, dass es hier eine schöne Synchronizität für den Umgang mit Problemen gibt.

Manchmal nehmen wir ein latentes Unwohlsein wahr (körperlich oder geistig), unternehmen aber nichts. Auch wenn die Schmerzen etwas größer werden und wir vielleicht schon ziemlich leiden, tun wir oftmals nichts. Wir scheuen die Kosten oder die Umstände (den Aufwand, das Verlassen der Komfortzone),  die ein Angehen des Problems verursachen würde. Also akzeptieren wir den Status quo.

Erst, wenn nichts mehr geht, das Rohr völlig zugesetzt ist, sind wir bereit notwendige Veränderungen vorzunehmen.  (In meinen Glückfinder Interviews habe ich mit vielen Menschen gesprochen, die erst nach einem schweren gesundheitlichen Tiefschlag bereit waren, notwendige Veränderungen vorzunehmen).  Aber auch bei mir persönlich war es bereits einmal so weit. Viele „kleine Dinge“ hatten sich angehäuft. Natürlich hatte ich alle psychischen und physischen Schmerzen wahrgenommen, aber nichts unternommen. Und so bekam ich einen Darmverschluss. Aus heutiger Sicht erscheint es mir unfassbar, wie viel ich bereit wahr zu ertragen. Ich hatte meine innere Stimme, die mich jahrelang gewarnt hatte einfach überhört. Und da ich damals noch gerne Alkohol getrunken habe, half mir mein Freund Jack dabei alle Warnsignale zu überhören. Bis es fast zu spät war … Eine Notoperation rettete mir damals mein Leben und ich habe mir geschworen, dass es nie mehr so weit kommen wird.

Heute, viele Jahre später war diese Geschichte unserer Freunde eine schöne Erinnerung für mich. Denn viele kleine Dinge haben sich auch jetzt wieder in mein Leben eingeschlichen, die ich nicht mehr tun wollte, weil sie mir keine guten Gefühle machen. Menschen, die mir nicht gut tun, Geschäftsbeziehungen, die ich eigentlich nicht mag etc. Kleinigkeiten, die alleine betrachtet nicht schlimm sind. Allerdings können viele kleine Teilchen zusammen, irgendwann zu einem verschlossenen Rohr führen und dann läuft nichts mehr …

Meine Achtsamkeit auf die vielen kleinen Dinge, die ich zwar wahrnehme, aber manchmal eben unbewusst (oder bewusst) nicht beachte und mich mit der Situation „anfreunde“, ist seit diesem Tag wieder gewachsen. (Sie war sicherlich seit meiner OP schon sehr hoch, aber dieses Stück Rohr hat mir wirklich noch mal geholfen)

So wie meine Freunde natürlich wahrgenommen haben, dass der Wasserdruck und die Wassertemperatur abnehmen, so nehme auch ich jede minimale Veränderung meines Wohlbefindens wahr, wenn etwas passiert oder ich etwas tue, was mir nicht gut tut.

Doch anstatt es auszusitzen, werde ich jetzt direkt aktiv. Denn nur dann kann es nicht zu einem Verschluss kommen …

In diesem Sinne wünsche ich jedem der, das liest die nötige Achtsamkeit, um selbst kleine Veränderungen zu erkennen und diese als Chance zu nutzen.

Euer Andreas

PS: Das Stück Rohr habe ich mir fotografiert und das Bild ausgedruckt. Es erinnert mich immer wieder daran, es nie mehr soweit kommen zu lassen.

PPS: Gefällt Dir was ich schreibe? Ich schreibe unregelmäßig, immer dann, wenn ich glaube etwas schreiben zu können, was anderen hilft oder sie interessiert. Wenn Du über neue Blogbeitrag informiert werden willst kannst Du oben rechts meinen Blog abonnieren. Du erhälst keinen Newsletter sondern nur eine Nachricht, wenn ich einen neuen Artikel geschrieben habe.

Endlich angekommen…

Heute möchte ich eine Geschichte von mir mit Euch teilen, weil sie für mich so viel bedeutet:

Wie viele von Euch ja wissen, veranstalte ich Glückfinder Tage. Das sind Events, bei denen ich Menschen live vor Publikum interviewe. Entstanden sind diese Events aus meinem Wunsch heraus, den Hörerinnen und Hörern des Glückfinder Podcasts zu zeigen, wie ein Glückfinder Interview entsteht. Vom ersten Glückfinder Tag an, kamen recht viele Menschen zu diesen Glückfinder Treffen. Wir hatten eine Menge Spaß und es hat mir sehr gut gefallen, dass so viele Menschen sich für mich und den Glückfinder interessieren. Diese Art der Anerkennung zu erhalten war toll. Ich fühlte mich dadurch sehr wertvoll. Ich konnte ansatzweise nachvollziehen, wie sich ein großer Künstler auf einer Bühne fühlt. Ich habe an diesen Tagen die Anerkennung bekommen für das, was ich das ganze Jahr mache. Podcasts produzieren. Und das war wichtig für mich.

Dann kam ein Glückfinder Tag, für den sich nur wenige Zuschauer angemeldet hatten. Insgesamt waren wir nur 20 Leute. Und dann geschah etwas Seltsames. Ich wurde unzufrieden. Dadurch das nicht mindestens 50 Teilnehmer kamen fühlte ich mich nicht mehr anerkannt. Meine Arbeit hatte sich nicht geändert, schien aber nicht mehr so viel wert zu sein. Ich haderte so stark mit mir und meinem Projekt, dass ich sogar mit dem Gedanken gespielt hatte, nie mehr einen solchen Glückfinder Tag zu veranstalten. Was war geschehen? Ich habe das gemacht, was viele Menschen machen. Ich habe meinen Wert und den Wert meiner Arbeit daran bemessen, wie viel Anerkennung ich von anderen Menschen dafür bekommen hatte.

Dadurch, dass ich nicht die Anerkennung und Aufmerksamkeit im Außen erhalten hatte, die ich erwartet hatte, (und meiner Meinung auch verdient hatte) hatte sich meine Wertschätzung mir selbst gegenüber verändert bzw. aufgelöst. Vielleicht klingt das nicht nachvollziehbar, denn schließlich habe ich ja nichts davon, ob mir 20 oder 200 Leute zuhören. Und ich mache die Interviews ja nicht für viel Anerkennung, sondern weil es mir Spaß macht. Und dennoch hatte es mich verunsichert und zum Zweifeln gebracht. Die Stimmen in meinem Kopf, die mir sagten, dass mein Tun und mein Handeln nichts wert sein, wenn sich keiner dafür interessiert wurden immer lauter.

Nun habe ich das große Glück, mich fast jede Woche mit Menschen unterhalten zu dürfen, die ihr Glück gefunden haben, und dadurch immer mehr über das echte und wahre Glück zu lernen. Ich habe im Laufe des Jahres verstanden, dass die Anerkennung im Außen zwar superschön aber nicht wichtig ist.

Freue ich mich über Anerkennung in Form von Feedback und gut besuchten Veranstaltungen? JA!

Definiere ich mich darüber oder brauche ich sie um mich wertvoll zu fühlen? NEIN.

So habe ich erkannt: Ich tue, was ich tue, weil es mir Spaß macht. Es ist suuuper mega schön, wenn ich damit andere Menschen auch glücklich mache. Und ich tue es in erster Linie für mich. Denn mein Leben wird dadurch viel schöner.

Jetzt steht wieder ein Glückfinder Tag an, in derselben Stadt, in der ich vor knapp einem Jahr fast alles hingeschmissen hätte. Und es ist nicht wichtig, wie viele Teilnehmer kommen. Ich freue mich auf eine: auf mich. Und das macht mich glücklich.

Ich darf das machen, was ich liebe. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Dies ist der wichtigste Entwicklungsschritt, den ich in meinem Leben vollzogen habe.

Ich bin mir selbst gut genug.

Ich schenke mir selbst die Anerkennung, die ich brauche.

Ich wertschätze mich.

So habe ich mein Glück gefunden!

Euer Andreas

Die Suche nach dem Glück

Manchmal kommen Menschen zu mir und bitten mich ihnen dabei zu helfen, ein glücklicheres Leben zu führen. Als Glückfinder ist es vielleicht auch naheliegend, mich zu fragen. Meistens ergeben sich dann im Gespräch zwei Aspekte, die ich hier kurz teilen möchte:

Zum einen suchen manche Menschen das dauerhafte Glück. Sie wollen erreichen, dass ihr Leben in einen Zustand dauernd gesicherten Wohlbefindens einmündet und für immer so bleibt. Dabei übersehen sie, dass das jede Empfindung die zu einem Dauerzustand „mutiert“, bald nicht mehr wahrgenommen wird. Ein Leben ohne jegliche Störung wird über kurz oder lang nicht als harmonisch oder glücklich sondern eher als langweilig empfunden. In meinem Interview mit Titus Dittmann sagt Titus „Du musst erst Scheiße fressen, um zu wissen, was Glück bedeutet.“ So krass würde ich es nicht formulieren, allerdings sind Dualitäten im Leben ein wichtiger Bestandteil. Dauerhaftes Glück ist in keinem Fall ein erstrebenswertes Ziel.  Die eigenen wenn auch manchmal nur kurzen Glücksmomente wahrzunehmen und zu wertschätzen, ist ein wichtiger Bestandteil eines glücklichen Lebens. Was mich zum zweiten Aspekt führt:

Manche Menschen, die sich auf der Suche nach dem Glück befinden, sind glücklich. Sie empfinden ihr eigenes Leben nicht als glücklich, weil sie vergessen haben, wie gut es ihnen geht. In vielen meiner Gespräche, bei denen ich auf der Suche nach dem Glück um Hilfe gebeten werde, bitte ich meine Gesprächspartner mir ihr Leben aus ihrer Sicht zu schildern. Die wenigsten haben ein wirklich schweres und schlimmes Schicksal. Den meisten geht es im Großen und Ganzen gut. Sie nehmen es nur nicht wahr….

Ich glaube dadurch, dass heute so viel darüber berichtet wird, dass angeblich alle DAS GLÜCK suchen, vergessen die meisten, dass sie es bereits gefunden haben. Im Gegenteil, mir fällt auf, dass Menschen die bereits viele Ratgeber zum Thema „Glück suchen“ gelesen haben oder vielleicht sogar schon Seminare zu diesem Thema besucht haben, immer unglücklicher werden.

Das klingt paradox und macht für mich absolut Sinn. Mit jedem Ratgeber, der auf der Suche nach dem eigenen Glück gelesen wird, vergraben die Leser ihre eigene innere Intelligenz und ihr eigenes Wissen über ihren persönlichen Weg zum Glück unter einem Haufen „Expertenwissen“.  (Und ich frage mich, wer kann denn nur der Experte für mein eigenes Glück sein? 🙂 )

Mir hat mal ein Freund gesagt: „Bevor ich all diese Seminare besucht habe und all diese Ratgeber gelesen habe war ich viel glücklicher und zufriedener.“ Jetzt kennt er zwar viele Techniken und Fachbegriffe und weiß „Warum“ er früher manchmal unglücklich war, doch das hilft ihm jetzt nicht dabei, glücklich zu sein. (Da wünsche ich mir manchmal so ein „Blitzdings“ von Men in black)

Ich wurde gefragt, ob ich nicht mehr Tipps geben könnte und ob ich auf meinen Glückfinder Tagen nicht mehr mit den Besuchern „arbeiten“ möchte. Ich glaube, das ist nicht nötig. Zu viel Wissen „verkopft“ die Sache nur unnötig.

Es gibt auf der Suche nach dem Glück nichts zu lernen. Es gilt eher, vieles zu vergessen und sich wieder zu erinnern. Jeder von uns weiß instinktiv was uns gut tut und was uns glücklich macht. Und die meisten sind ja bereits manchmal glücklich. Es gilt lediglich diese (manchmal ganz kleinen) Momente Wert-zu-schätzen. Sich selbst und das Leben anzunehmen und zu lieben. Dankbar zu sein für unser Leben und alles, was wir bis jetzt erleben durften. In meiner Welt bedeutet das, viel mehr Glück, als manche Menschen jemals haben werden.

Zum Schluss noch eine These von mir: Ich glaube, dass der wahre Mehrwert eines Seminars zum Thema „Glück finden“ darin besteht, sich mit den anderen Besuchern auszutauschen. Denn sehr oft wird uns erst beim Erzählen unserer eigenen Geschichte anderen gegenüber bewusst, wie glücklich wir eigentlich sind.

Euer Andreas

Was mich glücklich macht…

Neulich wurde ich gefragt, was mich als Glückfinder den glücklich macht beziehungsweise, wann ich glücklich bin. Meine Antwort möchte ich gerne mit Euch teilen:

Die größten und schönsten Glücksgefühle überkommen mich, wenn ich mich sicher und geborgen fühle.
In diesen Momenten durchströmt mich das Gefühl von unendlicher Dankbarkeit und überschwänglichem Glück.

Für mich ist Sicherheit im Leben sehr wichtig. Ich bin mir gerne sicher, das Richtige getan zu haben. Alles richtig gemacht zu haben und niemanden enttäuscht zu haben. Ich habe gerne die Sicherheit, dass wir genug Geld auf dem Konto haben, um den nächsten Monat zu überstehen und wenn ich weiß, dass es meiner Frau und unserem Hund gut geht, fühle ich mich ebenfalls sicher. Ich weiß natürlich, dass „Sicherheit“ nur eine Generalisierung ist und nichts, was ich greifen kann. Man könnte auch sagen, Sicherheit ist eine Illusion. Genau wie Freiheit. Wer entscheidet denn, ob ich in Sicherheit bin und ob ich frei bin? Letztendlich nur ich, meine Gedanken über mich und mein Leben.

Ob ich mich sicher und geborgen fühle, hängt von meinem Blick auf meine Situation ab. Wie schätze ich die aktuelle Situation ein, was erwarte ich für meine Zukunft?

Wirklich glücklich bin ich, wenn mir bewusst wird, nichts von dem, was ich über meine Zukunft zu wissen glaube, ist real. Kein einziger Gedanke, den ich mir über meine Sicherheit in Zukunft mache, muss wahr werden. Es gibt den Satz „Willst Du, dass Gott lacht, dann erzähle ihm Deine Pläne.“ Und immer, wenn ich mir das vergegenwärtige, bin ich glücklich. Mir wird dann klar, wie viel ich schon geplant habe, was dann letztendlich doch anders kam. Ich erlebe absolutes Glück in den Momenten, in denen ich loslasse. Nicht mehr plane und fest daran glaube, dass alles gut wird. Dann fühle ich mich getragen von einer übergeordneten Macht. Dann lasse ich mich fallen und vertraue mich dem Fluss des Lebens an.

Und genau in diesen Momenten fühle ich mich sicher und geborgen.

Andreas Gregori

 

Mein Unterbewusstsein mag mich!

Im letzten Artikel habe ich über die Ängste und Strukturen (negative Glaubenssätze, Vorannahmen etc.) geschrieben, die tief in uns verwurzelt sind: im Unterbewusstsein.

Auch ich habe einige einschränkende Glaubenssätze über mich und mein Leben in mir drinnen.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele Seminare besucht und Bücher dazu gelesen. Ich habe mich mit Menschen unterhalten, die ihr Glück gefunden haben und habe viel über ein „glückliches Leben“ gesprochen und geschrieben.

Dennoch habe ich manchmal eine nicht allzu hohe Meinung von mir. Ja, ich würde sogar sagen, dass es gut ist, dass ich nicht mit meinen Freunden so rede, wie ich manchmal mit mir rede. Denn sonst hätte ich keine Freunde mehr….

Warum tue ich das? Verfüge ich nicht über genügend Techniken, mit denen ich diese unterbewusste Struktur durchbrechen kann? Auch hier lautet die Antwort: Ja! 🙂

Ja, ich kenne all diese Techniken und ich wende sie auch an. Nur halt eben nicht immer. Denn das ist wichtig, wenn ich mit einer bewussten Technik einen unterbewussten Vorgang unterbrechen oder stoppen will. Ich muss es eben bewusst machen, immer und immer wieder. Hier kommt Pavlov nicht zum Tragen, denn eine Neuprogrammierung des Unterbewusstseins ist eben nicht so einfach möglich. Es dauert Jahre und bedarf jeder Menge Disziplin (die ich nicht immer habe). Und wenn ich dann mal kurz aufhöre meine Strukturen bewusst zu unterbrechen und in mein altes Glaubensmuster zurückfalle, dann bin ich wieder in meiner alten Welt.

So weit, so schlecht.

Es muss doch eine Möglichkeit geben meine unterbewusste Programmierung, meine Glaubenssätze, mein Model von Welt nachhaltig und für immer zu verändern. Und auch hier lautet die Antwort: Ja! 🙂

Diese Möglichkeit gibt es. Eine tödliche Erkrankung oder eine Nahtod Erfahrung kann helfen. Kein Witz. Menschen, die eine extreme (lebensbedrohliche) Situation erlebt haben, können aus dieser Situation „gestärkt“ hergehen. Amerikanische Forscher sprechen hier von „posttraumatischem Wachstum“.  (Dafür braucht es ein paar Voraussetzungen und es ist möglich.)

Allerdings erscheint mir dieser Weg als wenig sinnvoll. Ich will doch nicht erst todkrank werden müssen, um zu leben. Da muss es doch noch etwas anderes geben?

Ich meine, da gibt es die Möglichkeit hart an sich zu arbeiten, Techniken anzuwenden, jeden Tag Rituale zu vollziehen und sich so von kleinem Erfolg zu kleinem Erfolg zu hangeln oder das andere Extrem. Nahtoderfahrung.

Es muss doch noch etwas anderes geben. Und danach suche ich noch. Ich meine da habe ich im Moment ein großes „?“.

Nehmen wir mich zum Beispiel: Ich habe meinen Lebenssinn gefunden, lebe ein tolles Leben voller Glück und bin mit der Besten Frau der Welt verheiratet. Also alles perfekt. Und dennoch gibt es Themen in meinem Leben, bei denen ich aus dem Gleichgewicht komme. Da kann ein kleiner Auslöser eine wirkliche Sinnkrise verursachen. Eben weil da noch ein, zwei Themen sind, die sozusagen „aufgelöst“ werden dürfen.

Doch dieses „Auflösen“ kann nur schwer von außen geschehen. Das kann keiner für mich machen. Da habe ich schon so ziemlich alles ausprobiert, was es auf dem Markt gibt. Ich glaube, das darf von mir (unbewusst) kommen.

Ein Bekannter von mir hat mir einmal gesagt: „In dem Moment, wo Du erkannt hast, was Dein Thema ist, ist es gelöst. Jetzt brauchst Du nur noch abwarten, wann Dein Unterbewusstsein bereit ist, die Veränderung zu akzeptieren.“ Was er meinte, ist, dass ich mir bewusst machen darf, worin mein Thema/Problem besteht. Da darf ich ganz ehrlich zu mir sein. Und auch die Verantwortung dafür übernehmen. Sobald ich dazu bereit bin, muss ich nur noch loslassen.

Ich glaube, so lange ich krampfhaft versuche mein Thema zu lösen, bekomme ich noch mehr davon. Je mehr ich mich damit beschäftige endlich gelassener zu werden, desto ungelassener werde ich. Weil ich noch nicht gelassen bin. 🙂 (Teufelskreis)

Und vielleicht wird es bei dem ein oder anderen von Mal zu Mal weniger. Nach jeder Hypnose und nach jedem guten Buch geht es kurz besser. Aber wirklich dauerhaft wird es, zumindest bei mir, nicht gelöst. Das bedeutet nicht, dass es keine Hilfe gibt, ich glaube die Hilfe heißt Horst und ist ein Freund meines Freundes Doktor Timo. Dieser Bekannte, Horst, kommt immer dann zu ihm, wenn er wieder hart mit sich ins Gericht geht. Dann legt Horst seinen Arm um ihn und sagt: „Du bist wunderbar.“

Und vielleicht liegt genau darin die Lösung, von einem auf den anderen Tag seine Themen loslassen zu können. Sich so anzunehmen, wie man ist und darauf zu vertrauen, dass alles so kommt, wie es für uns am Besten ist. Vielleicht dauert alles genauso lange, wie wir es brauchen. Ist es nicht so, dass wir rückblickend meistens sagen „Es war alles gut so, wie es war.“ Vielleicht höre ich auf die Lösung zu suchen und nehme mein Leben und mich so an, wie es ist.

Denn ich bin wunderbar!!

Alles Liebe

Dein Andreas

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Die Sache mit dem Unterbewusstsein…

Wenn man, so wie ich, sich dauernd damit beschäftigt wie andere ihr Glück gefunden haben und warum manche Menschen glücklich sind und andere nicht, dann kommt man zwangsläufig beim Unterbewusstsein vorbei. Vielleicht kommt man auch um das Unterbewusstsein nicht herum…

Da das Unterbewusstsein so eine komplexe Sache ist und sich nicht bewusst wehren kann, muss das arme Ding so ziemlich für alle Verfehlungen und unkorrekten Wesenszüge herhalten.

Unser Unterbewusstsein ist im Moment unserer Geburt noch fast völlig unbelastet. Doch ab diesem Moment beginnen wir, unser Unterbewusstsein zu programmieren und zu konditionieren. (Wie ein weißes Blatt, das von uns beschrieben wird)

Darüber wurde schon sooo viel geschrieben, dass ich darauf jetzt nicht wirklich explizit eingehem möchte. Nur soviel vielleicht: Pro Tag nehmen wir so unendlich viele Informationen wahr, dass es völlig unmöglich ist auch nur 3% davon bewusst zu verarbeiten.

Das bedeutet, irgendwo werden all diese Informationen aus Funk und Fernsehen, Umwelt, Schule, Elternhaus, Kirche etc. abgespeichert ohne das wir es mitbekommen.

Diese Informationen sind dann nicht verschwunden, sondern lediglich nicht bewusst abrufbar. Manchmal können wir uns an etwas erinnern und bestimmte Informationen, die sich ständig wiederholen verfestigen sich.

So beschreiben wir unser „weißes Blatt“ mit all den Informationen aus unserer Umwelt. Und so entsteht unsere Realität.

Und dann kommt unser fünfter Geburtstag und wir haben schon ein ziemlich gutes Bild von „unserer“ Welt. Und mit zehn Jahren ist es dann fertig. Unser Model von der Welt, in der wir leben. (ja, das verändert sich dann och ein wenig, allerdings nur marginal)

Im Laufe des dann folgenden Lebens treffen wir dann Entscheidungen, die sich an unserem Model von Welt orientieren bzw. ihm entsprechen. Und irgendwann mit 60 Jahren (oder hoffentlich früher) fragen wir uns: Warum wir diese oder jene Entscheidung getroffen haben und nicht etwas völlig anderes gemacht haben?  Und die Antwort die heißt: Ja   🙂

Ja, warum eigentlich nicht?

Weil unser Unterbewusstsein unsere Prägung, unsere Erziehung, unser Umfeld, und all die anderen es uns nicht gesagt haben. Sie haben uns nicht gesagt, dass wir auch alles ganz anders machen können.

Schlimm? Ja schon ein wenig. Wenn mir einer gesagt hätte, dass ich alles tun kann was ich will, dann hätte ich aber so was von etwas anderem gemacht. Ganz sicher.

Wenn,…. ja, wenn da nicht die Angst wäre. Und die sitzt ganz tief in unserem Unterbewusstsein. Evolutionsgeschichtlich hat die Angst eine wichtige Funktion. Als eine Art Schutzmechanismus, warnt sie uns und rät zur Flucht, wenn auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen drohen. Doch wie definiert sich denn eine Gefahrensituation?

Und da ist dann wieder unser Model von Welt gefragt. Was glauben wir, wovor wir Angst haben müssen? Armut? Tod? Schweißfüße?

Wovor jeder Einzelne von uns Angst hat, ist völlig unterschiedlich. Die größte Übereinstimmung gibt es sicherlich bei Tod und Krankheit. (Obwohl manche Menschen auch davor keine Angst haben). Doch dann wird es schon schwieriger. Warum sollten wir in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Angst davor haben, kein Wasser mehr zu haben? Wasser gibt es an jeder Ecke und ist immer und überall verfügbar. Geld, dagegen erscheint uns wichtig und knapp. Im tiefsten Busch von Afrika sieht das anders aus. Die können mit Geld nichts anfangen, bekommen aber Angst, wenn das Wasser knapp wird. (Ich weiß, dass Urängste wie die vor wilden Tieren bei fast allen Menschen gleichermaßen vorhanden sind. Und das ist auch gut so…. )

Unsere Ängste hängen also von unserem Model von Welt ab. Was wurde auf unser weißes Blatt des Unterbewusstseins geschrieben? Was halten wir für wichtig und wahr?

Und genau das bestimmt unser Leben. Was glauben wir über uns und über die Welt, die uns umgibt. Daraus resultieren unsere Entscheidungen, weil die Basis meistens Angst ist. Diese (teilweise unterbewussten) Glaubenssätze die wir im Laufe unseres Lebens, für wahr genommen haben, sind der Grund für unsere Lebenssituation.

Warum bei manchen Menschen sämtliche einschränkenden Glaubenssätze von einem auf den anderen Tag gelöscht werden können und bei anderen trotz unzähliger Seminare, Bücher, Coachings und Therapien immer noch unbegründete Überlebensängste fest verankert sind. Darüber schreibe ich beim nächsten Mal.

Liebe Grüße

Euer Andreas

Andreas Gregori

Wer andern eine Freude macht, macht sich selbst die größte Freude.

Jetzt, so kurz vor Weihnachten werden wieder viele Geschenke gekauft. Für die Familie, Freunde und Bekannte. Ich selbst habe alle Phasen dieses Schenkens durchlebt. Ich habe viele Geschenke bekommen und sehr viele verschenkt. Ich habe mich für ein paar Jahre der „Weihnachten ist das Fest des Konsums“ Fraktion angeschlossen und aus Protest keine Geschenke gekauft und keine bekommen. Es gab Zeiten in meinem Leben, da wollte ich schenken und hatte kein Geld und Zeiten da hatte ich Geld und niemanden dem ich von Herzen eine Freude machen wollte. Man kann also sagen, ich habe die Phasen des Schenkens durchlebt.

Dieses Jahr werde ich reich beschenkt und ich werde viel verschenken. Keine Päckchen voller Elektronik, Schmuck oder Kleidung.
Ich schenke den Menschen, die ich liebe und die mich mögen Zeit. Meine Zeit.

(Jetzt denkt nicht, ich wäre MOMO. Nein, keinesfalls, obwohl unser Hund Luna mich manchmal an die Schildkröte erinnert… 🙂 )

Seit ich in der Schweiz wohne, sehe ich meine Familie nur noch sehr selten. Und meistens, wenn wir zu besuch kommen, sind wir nur ganz kurz da. Diese kurze Zeit ist dann so vollgepackt mit Terminen, dass wir bei jeder unserer Familien (Bettinas und meiner) nur wenige Stunden verbringen können, bevor es weitergeht zum nächsten Termin. Unsere Freunde können wir meistens gar nicht besuchen.

In diesem Jahr werden wir es anders machen. Wir werden uns Zeit nehmen, um den Menschen die wir lieben zu begegnen und um ihnen zuzuhören. Ich glaube, das ist das schönste Geschenk, das es an Weihnachten zu verschenken gibt. Zuhören und einander begegnen.

Apropos Zuhören. Über das Zuhören habe ich in meinem letzten Glückfinder Newsletter geschrieben. Es ging darum, an Weihnachten besonders gut zuzuhören. Ich habe viel Zeit in diesen Newsletter gesteckt und habe gehofft, den Lesern damit eine Freude zu machen.

Und ich wurde reich beschenkt: Ich habe auf diesen Newsletter Feedback bekommen.
Persönliche E-Mails, in denen sich Leser für den Newsletter bedankt haben. Auch diese Leser haben sich Zeit genommen, um mir zuzuhören (indem sie den Newsletter gelesen haben) und, was das größte Geschenk für mich ist: Sie haben sich die Zeit genommen, um mir eine persönliche Danke schön E-Mail zu schreiben.

Ich habe schon viel geschenkt bekommen an Weihnachten, aber das sind die schönsten und berührendsten Geschenke.

Menschen, die ich kaum kenne, haben sich die Zeit genommen, um mir zu schreiben. Ich bin so voller Dankbarkeit, dass ich es kaum ausdrücken kann.

Wenn Ihr also noch kein Weihnachtsgeschenk für einen Menschen habt, den Ihr mögt oder sogar liebt, schenkt Ihr oder ihm Eure Zeit und Eure Aufmerksamkeit. Verschenkt es großzügig und voller Liebe. Es ist das kostbarste Gut, dass wir haben, denn es ist knapp bemessen und keiner weiß, wie viel er davon noch hat.

Eine wundervolle Vorweihnachtszeit und viel Spaß beim Verschenken!!!

Euer Andreas

PS: Noch eine kleine Randbemerkung zum Schluß: Im dem oben genannten Newsletter, habe ich auch einen 5€ Gutschein integriert. Ich dachte so „Weihnachten, Geschenke, Geld, Gutscheine…“ dass macht „man“ halt so, machen ja viele. ABER: Keiner meiner wunderbaren Leser hat sich für die 5€ bedankt, sondern alle für die Worte und den Inhalt des Newsletters. Das ist die Krönung dieser wunderbaren Geschenke in Form von Feedback E-Mails, die ich erhalten habe. Alle haben sich für das wirklich Wichtige bedankt: Für den Inhalt und damit für die  Zeit und nicht für das Geld! Ich danke Euch allen von ganzem Herzen!

Andreas Gregori

Glauben

„Selig sind die nicht sehen und doch glauben.“ So steht es in der Bibel. Es gibt die Geschichte von Petrus, der fast im Meer ertrinkt, weil er nicht glaubt, dass er genau wie Jesus über das Wasser gehen kann.
Auch weit verbeitet ist das universelle Gesetz der Anziehung. Wir sollen glauben, dass alles was wir uns vorstellen können wahr wird. Unsere Gedanken erschaffen unsere Welt. Davon bin ich auch überzeugt: Sobald ein Mensch in der Lage ist wirklich zu glauben, wird das was er glaubt zu seiner Realität.

Also ist es doch ganz einfach, ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen. Einfach wirklich glauben, dass alles gut wird und dann abwarten. Es wird passieren!

Im Negativen funktioniert das ziemlich perfekt. Zumindest bei mir. Wenn ich mir etwas Negatives vorstelle, was passieren könnte, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es wahr wird. (Ich vermute mal, dass geht vielen so)
Im Positiven ist da, zumindest bei mir, noch Luft nach oben.

Mir ist aufgefallen, dass es mir leichter fällt, daran zu glauben, dass alles gut wird und, dass ich Teil eines göttlichen Plans bin, wenn es mir gut geht. Wenn ich mich gesundheitlich fit fühle, es meiner Frau gut geht, ich viele nette E-Mails bekomme, und auch sonst alles in Ordnung ist (genug Geld vorhanden etc.) dann glaube ich an den göttlichen Plan, dann glaube ich daran, dass alles gut wird und das ich das Leben meiner Träume ganz einfach selbst erschaffen kann.
Dann fällt es mir sogar leicht, über den Tod voller Leichtigkeit und mit ein bisschen Ironie zu sprechen. Denn dann glaube ich auch, dass ich mich auf einer Reise befinde und, dass ich oder ein geliebter Mensch nach dem Tod einfach in einem anderen Körper wieder kommt. Dann hilft mir mein Glaube.

Sobald sich meine Laune allerdings verändert und nicht mehr alles positiv läuft, schwindet mein Glaube. Wenn es mir schlecht geht, keiner mir etwas Positives schreibt, vielleicht sogar Geldnot dazu kommt, dann ist es mit meinem Glauben an das Gesetz der Anziehung und daran, dass ich alles erschaffen kann was ich will nicht mehr weit her.

Ich bekomme Angst und fange an wild mit den Armen zu rudern.
Genau so muss sich Petrus gefühlt haben, als er von Jesus eingeladen wurde, auch über das Wasser zu gehen.
Egal ob man an Gott oder Jesus glaubt, die Geschichte ist einfach nachzuvollziehen.
Da steht mein Freund (Jesus) auf dem Wasser und sagt: “Komm zu mir.“ Und zunächst ganz mutig, steige ich aus dem Boot und denke „Naja, der wird schon wissen, was er sagt. Schließlich steht er ja auch auf dem Wasser.“ Doch sobald ich ein wenig einsinke, nur bis zu den Knien, gewinnt die Angst die Überhand und ich beginne zu zweifeln. Je mehr Zweifel ich haben, desto größer wird meine Angst und umso schneller sinke ich. Und kurz bevor ich komplett versinke, werde ich wieder in das sichere Boot gezogen.
Dabei weiß ich, dass ich auf dem Wasser stehen kann.
Wenn ich es nur von ganzem Herzen glauben könnte.

In meiner Laufbahn bin ich schon so oft fast abgesoffen und wieder zurück ins Boot geklettert, dass ich es gar nicht mehr zählen kann.
Um mich herum stehen so viele Menschen auf dem Wasser, die mir zurufen „Komm mein Freund! Du bist toll! Du schaffst das auch!“ Und dann klettere ich wieder voller Euphorie aus dem Boot und manchmal kann ich sogar ein paar Meter auf dem Wasser laufen. Doch dann kommt eine blöde E-Mail, eine Rechnung, ein Kommentar oder einfach schlechtes Wetter und ich beginne zu sinken.

Manche Menschen steigen aus dem Boot und laufen einfach über das Wasser. Und manche Menschen, so wie ich, versuchen es immer wieder und kehren immer wieder ins Boot zurück.
Nicht jeder Versuch ist schmerzhaft und nicht bei jedem Versuch schlucke ich Wasser. Manchmal ist es sogar recht erfrischend mal wieder kurz abzutauchen. 

In dieser Woche wurde mir bewusst, dass es nicht schlimm ist, noch nicht übers Wasser laufen zu können. Vielleicht ist es eine Art „Reframing“ wenn ich sage, ich genieße die schönen Momente, wenn ich für mehrere Tage auf dem Wasser gehen kann, umso mehr, wenn ich vorher fast abgesoffen bin. Das erfüllt mich dann mit Freude und Glück. Vielleicht ist das gemeint, wenn es heißt „Glück ist das was uns passiert, während wir das Glück suchen.“

Es stellt sich mir sogar die Frage, ob ich das wirklich will. Einfach so raussteigen und alles klappt auf Anhieb perfekt. Wie viele Menschen hätte ich nicht getroffen, die mich wieder zurück ins Boot gezogen haben, wenn ich mal wieder baden gegangen bin? Wäre ich ein guter Glückfinder, wenn ich mein Glück bereits allumfassend gefunden hätte und übers Wasser laufen könnte? Ist es nicht auch schön so „unperfekt“ zu sein und anderen davon berichten zu können und so Mut zu machen auch mal aus dem Boot zu steigen?

Ich weiß es nicht. Aber zwei Dinge weiß ich sicher:

1. Mit jedem Versuch werde ich besser und mein Leben reicher an Erfahrungen und glücklichen Momenten. Ich lerne mich und meine Umwelt besser kennen und ich kenne die Wassertemperatur! 
2. Ich bin sehr froh, dass ich weiß, dass ich in einem Boot sitze und über das Wasser laufen kann. Manche Menschen glauben sie müssen ihr Leben lang in einem Raum sitzen und können das Meer nur durch ein Fenster sehen.

In diesem Sinne wünsche ich mir für mich und Euch, die ihr vielleicht auch in diesem Boot sitzt, dass wir immer dran bleiben und irgendwann gemeinsam übers Wasser laufen werden! So lange genießen wir den Spaß und die Erfahrungen beim „manchmal noch baden gehen“ und helfen uns immer gegenseitig wieder hoch!!!

Alles Liebe

Euer Andreas

 

PS: Zu diesem Beitrag wurde ich inspiriert während eines Gespräches mit meinem lieben Freund Dr. Timo Eifert. Danke lieber Timo, dass Du mich immer wieder ins Boot holst, nach dem Schwimmen 🙂

„Schönes Wochenende!“

„Schönes Wochenende!“ mit diesen Worten verabschieden sich viele Menschen von ihren Kollegen Freitags zum Feierabend.
Im Radio hört man den ganzen Freitag Sätze wie: „Endlich Freitag! Endlich Wochenende! Genießt das schöne Wetter!“
Ich frage mich: Warum? Was ist mit Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag?
Warum diese Begeisterung für das Wochenende?
Vielleicht, weil viele von uns von ihrer normalen Woche nicht mehr begeistert sind? Vielleicht fehlt bei der Arbeit, der wir von Montags bis Freitags nachgehen der Spaß, die Begeisterung?

Sobald mir meine Arbeit Spaß macht und ich von dem, was ich tue begeistert bin, gibt es kein „schönes Wochenenende“ mehr. Dann wird daraus ein „schönes Leben!“ Sobald ich beginne das zu tun, was mich begeistert, sind alle Tage Wochenende.

Ich habe mal gehört, dass jemand empfiehlt keinesfalls den Job zu wechseln, wenn man Montags bis Freitags mit wenig Begeisterung zur Arbeit geht. Denn der Job ist nicht unglücklich, sondern der Mensch. Wer also den Job wechselt um sein Glück zu finden, könnte genauso gut seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen. Beides funktioniert nicht.

Ich persönlich weiß nicht, ob es so einfach ist. Was ich allerdings herausgefunden habe ist, dass das eigene Glücksempfinden und die eigene Begeisterung nicht langfristig steigt, wenn man etwas im Außen verändert. Ich bin damals in die Schweiz ausgewandert, weil ich immer wenn ich dort im Urlaub war sehr glücklich war. Also lag es Nahe einfach dorthin zu ziehen, um dann immer glücklich zu sein.

Hat nicht funktioniert….

Wirklich glücklich und begeistert von meinem Leben wurde ich erst, als ich meine Einstellung zu mir und meinem Leben geändert habe. Erst als ich glücklich wurde, wurde mein Leben glücklich. Heute könnte ich überall leben und wäre glücklich. Denn die Begeisterung für mein Leben liegt in mir. Nicht bei meinem Arbeitgeber oder meiner Wohnung. Leider kann ich diese Erfahrung nicht vermitteln oder irgendjemand nutzbar machen, denn ich glaube, dass darf jeder für sich herausfinden. Schließlich hätte ich vor 3 Jahren auch nicht geglaubt, dass es an mir liegt. Dennoch hoffe ich durch diese kleine Geschichte einen kleinen Impuls senden zu können, damit in Zukunft immer mehr Menschen auf die Aussage „schönes Wochenende!“ mit dem Satz „schönes Leben!“ antworten.

Euer Andreas

Vergleichen und Erwarten: Die beiden Glücksverhinderer?!

Teil 2: Erwarten

Hier nun der zweite Teil meiner These über die beiden Glücksverhinderer „Vergleichen“ und „Erwarten“.

Erwartungen an andere zu haben, ist für ein glückliches und zufriedenes Leben pures Gift. Noch viel schlimmer sind allerdings die Erwartungen an uns selbst.

Erwartungen an mich selbst bzw. an mein besseres ich.

29.10.2015: Hier beginne ich mit einem ganz konkreten Beispiel:
In meinem ersten Artikel über das „Vergleichen mit anderen“ beschrieb ich meine Sichtweise auf die Dinge und meine Gedanken dazu. Ich lies es beim Schreiben einfach fließen. Zu meinem Erstaunen bekam ich auf diesen Artikel ein super großes und sehr positives Feedback (vielen dank dafür!!). Den zweiten Artikel über Erwartungen hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits fertig geschrieben. Doch durch das positive Feedback stieg meine eigene Erwartungshaltung. Plötzlich fand ich den bereits fertigen Artikel über die Erwartungen nicht mehr gut genug. Also begann ich, den Artikel um zu schreiben. Ich wollte, dass er noch besser ankommt als der erste Artikel. Ich hatte die Erwartung an mich selbst massiv erhöht und wollte mich noch einmal übertreffen.

So verlief mein ganzes Leben. Immer besser, immer einmal mehr als ich es vorher geleistet hatte. Meistens verliere ich dadurch an Authentizität. Das bin dann nicht mehr ich, sondern die vermeintlich bessere Version von mir. Ich verliere dabei den Spaß und die Freude an dem, was ich tue. Denn meine Motivation hat sich verändert. Ich will dann nur noch das perfekte Bild von mir sein, das von allen geliebt wird und das alles kann. Und ich weiss, dass es diese Version von mir nicht gibt. Denn genau so wie ich bin, bin ich genau richtig.

Zurück zu meinem Text. Ich begann den Text immer besser zu durchdenken und formulierte den Text immer und immer wieder um. Das verunsicherte mich zunehmend und irgendwann wollte ich den Text gar nicht mehr veröffentlichen. Ich glaubte nicht mehr an mich und an die Qualität des Textes.
Heute Morgen ist mir dann aufgefallen, dass ich genau DAS tue, worüber ich seit einer Woche versuche den perfekten Text zu schreiben!
Durch die hohe Erwartungshaltung an mich selbst einen Text zu schreiben, der noch besser ist als der erste, habe ich den Spaß daran verloren darüber zu schreiben. Es war eine Quälerei den Text fast jeden Tag neu zu überarbeiten und vermeindlich noch besser zu machen. Heute morgen habe ich den ursprünglichen Text wieder raus geholt und verwende jetzt für den zweiten Teil (Erwartungen an andere) den ursprünglichen Text.

Faszinierende und erschreckend zugleich ist, dass ich, obwohl ich mich intensiv mit dem Thema „Erwartungen an mich selbst“ auseinander setze und die negative Wirkung dieser Erwartungshaltung kenne, ich selbst hin und wieder in diese „Falle“ tappe.
Natürlich freue ich mich darüber, mir dessen schnell bewusst zu werden und dennoch hätte ich von mir erwartet, dass schneller zu erkennen…. 🙂

Erwartungen an andere

An andere Menschen hatte ich früher viele Erwartungen. Da ich von mir selbst viel erwartet habe, war es nur logisch, dass ich auch von anderen (Familie, Freunde, Bekannte) immer alles erwartet habe.
Ich habe Anerkennung erwartet. Ich habe Mitleid und Mitgefühl erwartet. Ich habe Unterstützung erwartet. Und viel, viel mehr. Ausgesprochen habe ich davon nur sehr selten etwas. Für mich war klar, dass jeder die gleichen Ansprüche an sich selbst haben sollte, wie ich an mich: immer das Beste zu geben und alles zu sehen und wahrzunehmen.
Als ich mir meines Verhaltens bewusst wurde habe ich bewusst auf all die Erwartungen geachtet, welche ich an andere stelle und welche andere an mich stellen. Und es ist wirklich erschreckend, wie oft wir von anderen etwas erwarten nur weil wir es gerne so hätten.

Ich habe dann vorsichtig damit begonnen mit Freunden und mit meiner Familie darüber zu sprechen. Ich sprach offen an, dass ich eine Erwartung hatte und diese nicht erfüllt wurde. Allerdings nicht als Vorwurf, sondern als Bitte um Verzeihung für meine Erwartungshaltung! Je mehr Gespräche ich mit meinem Umfeld führte, desto größer wurde unsere gegenseitige Wahrnehmung für unausgesprochene Erwartungen. Gleichzeitig reduzierten sich durch diese Offenheit die Erwartungen, die wir aneinander hatten! Denn jede Erwartung ist keine Erwartung mehr, wenn wir sie als Bitte oder Frage äußern.
Sobald wir beginnen zu sagen, was WIR gerne möchten und zulassen, dass andere uns sagen, was SIE gerne von uns hätten, beginnt ein wirklich wunderschönes Miteinander.

Wenn mich nun jemand fragt, wie er mit seinen Erwartungen umgehen soll, dann lautet mein Tipp:

Erwartungen an uns selbst sind so lange gut, wie sie uns gut tun. Wenn wir aufgrund der Erwartungshaltung an uns selbst, beginnen jemand zu sein der wir nicht aus vollem Herzen sind, ist diese Erwartungshaltung schädlich. Sobald uns das bewusst wird, können wir authentisch und selbstbewusst sagen, schreiben oder tun, wovon wir überzeugt sind. Wir alle sind perfekt! Genau so, wie wir sind.

Sobald wir Erwartungen an andere als Frage oder Bitte äußern und eine ehrliche Antwort zulassen sind es keine unansgesprochenen Erwartungen mehr und sie verlieren die Kraft, unser Leben zu vergiften.

Nachtrag am 29.10.2015: Und ein großes Herz mit sich selbst haben. Denn nobody is perfect! 🙂

Euer
Andreas Gregori

Teil 1: Vergleichen